Trotz erschwerter Marktbedingungen, auch im Jahr 2016 Wachstum.

Zu unserer diesjährigen Generalversammlung waren alle Mitglieder in das Kulturhaus nach Haina eingeladen. Hendrik Freund, Vorstandvorsitzender der Raiffeisenbank, ergriff zu Beginn das Wort und begrüßte alle anwesenden Gäste. Unter den Gästen war Matthias Plath als Vertreter IHK. Herr Plath war gekommen um zum 125jährigen Bestehen der Genossenschaft zu gratulieren und eine Urkunde zu überreichen. Aus einem noch in der Bank vorhandenem Protokoll geht hervor, dass am 24. Januar 1892 erstmals die Generalversammlung des Darlehenskassenverein Ober- und Untereßfeld durchgeführt, ein Vorstand, sein Stellvertreter, Beisitzer im Vorstand, der gesamte Aufsichtsrat und der Vereinsrechner gewählt wurden. „Und 125 Jahre später wird immer noch Generalversammlung nach den Raiffeisen-Grundprinzipien abgehalten.“ so Vorstandsvorsitzender Hendrik Freund.

Nachdem der Aufsichtsratsvorsitzende Volker Eckhardt die Versammlung eröffnet hatte ergriff Horst Klumb als neuer Vorstand der Raiffeisenbank das Wort, um sich vorzustellen. Er ist seit dem 01. Juni diesen Jahres als Vorstand in der Raiffeisenbank tätig und tritt die Nachfolge von Vorstand Harald Langer an, der aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand ausscheidet. Seine Zuständigkeitsbereiche sind die Marktfolge Aktiv und die Bereiche Rechnungswesen, Zahlungsverkehr, Innenrevision, Controlling, Kreditmanagement und Meldewesen.

Als nächstes ließ Hendrik Freund das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 Revue passieren. Nach einem kurzen Rückblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland präsentierte er nicht nur Zahlen und Fakten für das vergangene Geschäftsjahr, sondern zeigte auch notwendige Strategien für das sich „im Wandel befindende Bankgeschäft“ auf. Im Spannungsfeld von Niedrigzins, Digitalisierung, Regulatorik und der demografischen Entwicklung gilt es die Ertragsbasis abzusichern und auszubauen. Durch kluges, vorausschauendes Handeln und sinnvolle Investitionen soll die Zukunftsfähigkeit der Bank abgesichert werden. Bei allem Tun und Handeln stehen der genossenschaftliche Gedanke, das Regionalprinzip und unser Leitbild „Die Tradition bewahren, das Heute optimieren, die Zukunft gestalten“ im Mittelpunkt.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die genossenschaftliche Beratung, die bei uns hoch professionell umgesetzt wird. Hier stehen in erster Linie die Mitglieder und Kunden mit ihren Bedürfnissen im Vordergrund und nicht Finanzprodukte.

Die größte Investition in die Zukunft und mit Abstand das größte Highlight in 2016 war die Fertigstellung des Anbaus und Neubaus eines Geschäftshauses am Standort Römhild. Ca. 65 Mitarbeiter haben hier ihren festen Arbeitsplatz. Die Filiale der Raiffeisenbank, eine Zahnarztpraxis, ein Versicherungsbüro, das Büro der RB-Verwaltungs GmbH, eine Anwaltskanzlei, eine Steuerkanzlei und das Cafe am Schabhof bieten Dienstleistung auf hohem Niveau. Auf dem Parkplatz der Filiale in Römhild wurde eine Elektrotankstelle ihrer Bestimmung übergeben.

Ein weiteres großes Highlight war die Einführung der SocialMedia-Präsenzen. So finden Sie die Raiffeisenbank heute auf twitter, youtube, xing und Facebook. Dabei stehen nicht Bankthemen im Vordergrund, sondern die Regionalität und das Leben im Grabfeld soll hervorgehoben werden.

Besonderes Augenmerk wird in jedem Jahr auf die Zusammenarbeit mit den Kindergärten und Schulen des Geschäftsgebietes gelegt. Die örtlichen Schulen profitieren von finanzieller Unterstützung sowie von der Durchführung von Unterrichtseinheiten zu verschiedensten Themen. Ein ganz besonderes Highlight war der Eventtag mit den Basketball-Jugendtrainern der Brose Bamberg.

Der Vorstandsvorsitzende Hendrik Freund informierte auch über einige wesentliche Zahlen des Jahresabschlusses. Trotz wirklich erschwerter Marktbedingungen konnte auch im Jahr 2016 wiederum Wachstum verzeichnet werden. Als Genossenschaftsbank stehen die Mitglieder im Mittelpunkt. Mit Stolz blickte Hendrik Freund auf mittlerweile 2.711 Mitglieder der Bank. Das sind 69 mehr als zum Vorjahresultimo. Damit verbunden stieg auch das Geschäftsguthaben auf rund 3,37 Mio€ an. „Die wachsende Zahl der Mitglieder und des Geschäftsguthabens zeigt uns, dass unser Geschäftsmodell immer noch modern ist. Bodenständige Arbeit sowie Loyalität in und für die Region wird von den Leuten gewürdigt.“, so Vorstandsvorsitzender Freund. In der Bankbilanz konnte ein Zuwachs der Kreditvergaben auf ca. 74,5 Mio€ verzeichnet werden, wobei der Schwerpunkt eindeutig in den Kreditvergaben an Unternehmen und Gewerbetreibende lag. Das Vertrauen in die genossenschaftliche Bankengruppe und unsere genossenschaftliche Beratung spiegelt sich in den gestiegenen Kundeneinlagen wieder. Diese sind um 5,2% auf ca 84,4 Mio€ gestiegen. Doch nicht nur das Vertrauen in die Beratungsqualität sind für diese Steigerung maßgebend. In 2016 ist es wieder gelungen das Eigenkapital um 9,9 % auf ca 10,2 Mio€ zu steigern. Dies ist ein Höchststand in der Geschichte der Bank der deutlich die wirtschaftliche Stärke zum Ausdruck bringt. Dieses Eigenkapital wird auch benötigt, denn die nächsten Jahre werden für die Mittelstandsbanken durch neue europäische Anforderungen sehr schwere Jahre werden.

Auch die Bilanzsumme konnte wieder gesteigert werden. Mit 121,8 Mio€ wurde ein stattliches Wachstum von 7,4% erreicht. Doch die Ergebnisse der eigenen Bilanz stellen nur einen Teil der Leistungen dar. Die genossenschaftliche Finanzgruppe verfügt über hervorragende Verbundpartner, deren Produkte die Raiffeisenbank gerne als Lösung in den genossenschaftlichen Beratungen mit anbietet. Bei Betrachtung der Verbundbilanz ist ersichtlich, dass der Trend der vergangenen Jahre anhält. So konnten nicht nur die Kundenkredite auf 109,4 Mio€ gesteigert werden, sondern auch bei den Kundeneinlagen wurde ein Zuwachs von 6,3% auf 152,7 Mio€ erreicht. Das gesamte durch unser Haus betreute Kundenvolumen beläuft sich per 31.12.2016 auf ca 262 Mio€ und konnte somit um ca 12,6 Mio€ zum Vorjahr erhöht werden.

Die Gewinn- und Verlustrechnung bestätigt, dass unter erschwerten Marktbedingungen im Jahr 2016 gut gewirtschaftet wurde. Es konnte ein vernünftiges Zinsergebnis und überdurchschnittliches Provisionsergebnis erzielt werden. Beide Ertragsquellen liegen prozentual gemessen an der Bilanzsumme über dem Landesdurchschnitt von Bayern. Weitere Erträge kommen aus dem in der Bank abgewickeltem Immobiliengeschäft. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Bank zeigt ein einigermaßen stabiles Betriebsergebnis. „Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Jahr 2016 für die Raiffeisenbank im Grabfeld eG ein anstrengendes Jahr war, dessen Aufwand sich aber auch gelohnt hat“ betonte der Vorstandvorsitzende Freund. Auch in diesem Jahr erhalten die Mitglieder wieder eine attraktive Dividende von 3,25 % auf ihr Geschäftsguthaben. Die Dividende wurde leicht nach unten korrigiert.

Nach den Tagesordnungspunkten Bericht des Vorstandes, Genehmigung Jahresabschluss, Verwendung Jahresüberschuss, Entlastung Vorstand und Aufsichtsrat kam es zu den Wahlen des Aufsichtsrates. Turnusgemäß schieden aus Angelika Götz und Heribert Kneuer. Beide stellten sich zur Wiederwahl und wurden durch die Versammlung wieder gewählt.

Den letzten Tagungsordnungspunkt nutze Hendrik Freund um sich bei Volker Eckhardt, Aufsichtsratsvorsitzender der Bank, zu bedanken. Herr Eckhardt ist seit 30 Jahren als Aufsichtsrat tätig. Er betonte „Dieses Ehrenamt ist kein normales Ehrenamt wie bei vielen Vereinen. Als Kontrollorgan der Bank ist die gesamte Komplexität des Bankgeschäftes zu verstehen. Es sind schwere und umfangreiche Entscheidungen für viele Menschen zu fällen.“

Hendrik Freund versäumte es auch nicht sich auch bei seinem bisherigen Vorstandskollegen Harald Langer zu bedanken. Seit 2012 haben er und Harald Langer gemeinsam als Führungsteam die Raiffeisenbank im Grabfeld erfolgreich geleitet. Hendrik Freund gab einen kurzen Rückblick auf die gemeinsame Zeit. „Die letzten Jahre waren gerade für so kleine Banken, wie wir es sind, schwere Jahre. Niedrigzinsen und eine Explosion an regulatorischen Vorschriften prägten das Bankgeschäft in dieser Zeit. Wir haben gemeinsam in den Jahren die Bank auf diese Herausforderungen vorbereitet und viele Veränderungen vollzogen. Ich möchte hier nur die Namensänderung der Bank, die Gründung unserer Tochtergesellschaft der RB-Verwaltungs GmbH oder die Neugestaltung unserer Geschäftsstellen nennen. Wir konnten uns immer aufeinander verlassen und haben uns blind verstanden. Wir haben die gleiche Philosophie, wie eine Bank wie unserer erfolgreich geführt werden kann.“

Nach ein paar Worten von Harald Langer beendete Volker Eckhardt die Generalversammlung.

Die Generalversammlung wurde musikalisch vom Kinder- und Jugendmusikorchester Römhild umrahmt.